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Neue Ansätze zur Gestaltung des User Interface bei IuK-Technologien

Unter besonderer Berücksichtigung erfahrungsbegleiteten Handelns

Autor/in Evelyn Bannwolf
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe September 2006
Seiten 111 Seiten, 2,3 MB
Hochschule / Bildungseinrichtung Universität Augsburg Deutschland
Note

Inhaltsangabe

Einleitung:

Wissenschaftliches Wissen und damit auch Technik, als Vergegenständlichung von wissenschaftlichem Wissen, besitzt heutzutage einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft und ist längst zu einem institutionalisierten Element geworden. Gemäß der Neo-Institutionalismus-Theorie nach Walgenbach erhöht Technik und damit wissenschaftliches Wissen die Legitimität einer Organisation und ist selbst nicht mehr legitimierungsbedürftig. Das technisch Vorgegebene entwickelt sich zu einem nicht mehr zu hinterfragenden Bestandteil in Organisation und Gesellschaft. In diesem Sinne wird der Mensch im gegenwärtigen Zeitalter der Informatisierung, Verwissenschaftlichung und Technisierung, sowohl in der Arbeitswelt als auch im privaten Bereich, zunehmend mit Technik konfrontiert. Elektrische Zahnbürsten, Mikrowellengeräte, DVD-Player, Mobiltelefone, Digitalkameras oder Navigationssysteme, um nur einige Beispiele zu nennen, sind längst zu gewöhnlichen Bestandteilen des Alltags geworden. Computer sind in nahezu allen (Lebens-)Bereichen zu einem selbstverständlichen Arbeitsmittel geworden und Arbeit ohne den Computer ist in vielen Bereichen heute nicht mehr vorstellbar.

Im Zuge der Rationalisierung der Arbeit fand eine weitestgehende Ausgrenzung von Erfahrungswissen sowie sinnlicher Erfahrung statt und Eigenschaften objektivierenden Handelns haben sich überwiegend durchgesetzt. Mehrere Untersuchungen und Analysen zeigen jedoch, dass subjektivierendes Handeln eine zentrale Rolle für die Bewältigung von Arbeitsaufgaben spielt. Zudem hat sich aufgrund der Rationalisierung von Arbeit, und damit in hohem Maße durch den Einsatz von Computern, eine krisenhafte Entwicklung in der technischen Praxis herauskristallisiert, die in einem oft sehr unproduktiven Umgang mit technischen Artefakten deutlich wird. Diese Krise des Rationalismus erfährt dabei noch eine Verschärfung, indem sich Unternehmen aufgrund der zunehmenden Globalisierung, der immer weiter fortschreitenden europäischen Erweiterung und des demographischen Wandels, einem wachsenden Wettbewerb gegenüber stehen.

Um das Überleben in diesem globalen sowie überaus dynamischen Wettbewerb zu sichern, „[werden] Erfahrung und Lernfähigkeit immer bedeutsamer, gerade auch im Umgang mit komplexen und ständig erneuerten Produktionsmitteln“. Ferner ist das Verwirklichen einer sog. guten Usability von größter Wichtigkeit. Arbeit sollte darüber hinaus verstärkt als harmonische Gesamtheit von Denken, Tun, Lernen und (Mit-)Gestalten betrachtet werden, bei der Erfahrungswissen ebenso wie das wissenschaftlich begründete Wissen integriert und anerkannt ist. Denn „die Annahme, daß eine effiziente Produktion nur durch eine immer weitere Standardisierung und Automatisierung von Arbeitsabläufen, sowie durch eine möglichst umfassende zentral organisierte Planung zu erreichen ist, wurde erheblich erschüttert“. Um im globalen Wettbewerb mithalten bzw. konkurrieren zu können, sollte „nicht nur eine rationelle Massenfertigung, sondern ebenso auch eine effiziente und qualitätsorientierte flexible Produktion“ ermöglicht werden. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die Technik-Gestaltung bzw. an die Gestaltung der Benutzerschnittstellen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen, unter besonderer Berücksichtigung erfahrungsgeleiteten Handelns, neue Ansätze zur Gestaltung des User Interface bei IuK-Technologien (Informations- und Kommunikations-Technologien) aufgezeigt werden.

Gang der Untersuchung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, neue Ansätze der Gestaltung des User Interface bei IuK-Technologien aufzuführen und dabei zu untersuchen, ob und inwieweit erfahrungsgeleitetes bzw. subjektivierendes (Arbeits-)Handeln und damit Erfahrungswissen sowie sinnliche Wahrnehmung ermöglicht und unterstützt werden.

Durch die Arbeit sollen Antworten auf diese Fragen entwickelt und aufgezeigt, und dabei zugleich eine Basis für weiterführende Forschungen sowie Ansätze geschaffen werden. An dieser Stelle sei jedoch daraufhingewiesen, dass dieses Buch nicht auf alle existierenden neuen Ansätze der Gestaltung der Benutzerschnittstelle bei IuK-Technologien eingehen kann; es werden vielmehr exemplarische Teilbereiche sowie prägnante Beispiele näher beleuchtet, die einerseits ein Bewusstsein bilden, und andererseits einen Überblick über den aktuellen Stand dieser Thematik geben sollen.

In Kapitel 2 erfolgen zunächst relevante Erläuterungen zur Thematik, wobei auf wichtige Definitionen sowie Begrifflichkeiten und auf den Hintergrund der Technikentwicklung eingegangen werden soll.

Kapitel 3 befasst sich anschließend näher mit dem sog. erfahrungsgeleiteten Handeln. Dazu werden zum einen die Konzepte des objektivierenden und des subjektivierenden Handelns vorgestellt und gegeneinander abgegrenzt. Zum anderen erfolgt eine Betrachtung des Erfahrungswissens im Kontext des objektivierenden sowie subjektivierenden Handelns. Im Weiteren werden dann prägnante Charakteristika des erfahrungsgeleitet-subjektivierenden Handelns herausgestellt, die im folgenden Verlauf der Arbeit als eine Art Referenzsystem für die betrachteten neuen Ansätze herangezogen werden sollen.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit der grundlegenden Frage, warum die Entwicklung neuer Ansätze bezüglich der Gestaltung der Benutzerschnittstelle bei IuK-Tech-nologien von Bedeutung ist. Dabei werden wichtige Anreize für die Entwicklung neuer Ansätze aufgeführt und neue Anforderungen an die Technikgestaltung formuliert. Des Weiteren werden grundlegende Gestaltungsprinzipien sowie wichtige Aspekte menschlicher Wahrnehmung angesprochen.

Kapitel 5 geht schließlich auf die neuen Ansätze, unter besonderer Berücksichtigung erfahrungsgeleiteten Handelns, ein. Dazu werden unterschiedliche technische Gestaltungsmöglichkeiten erläutert und charakteristische Fallbeispiele analysiert.

Kapitel 6 soll ein Fazit ziehen und die zentralen Erkenntnisse der Arbeit herausstellen.

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