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Koordinationsmechanismen bei der Entstehung und Stabilisierung grenzüberschreitender Kooperationen

Autor/in Henrik Frese
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe April 1998
Seiten 96 Seiten, 568,7 KB
Hochschule / Bildungseinrichtung Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
Note

Inhaltsangabe

Einleitung:

Der verschärfte Wettbewerb greift in den Wandel von der Dienstleistungsgesellschaft zur Informationsgesellschaft ein. Er zwingt die Unternehmen aller Branchen zu neuen Strategien, um in den Weltmärkten bestehen zu können. Nicht zuletzt durch die nahende europäische Union und das Zusammenwachsen weltweiter Märkte fallen immer mehr Handelsschranken und Restriktionen. Die Produktlebenszyklen verkürzen sich und sind einer hohen Dynamik unterworfen.

Stärkere Kundenorientierung zwingt die Unternehmen, Entwicklungs- und Lieferzeiten zu verkürzen und Schnittstellenprobleme zu verringern. Starre interne wie externe Unternehmensstrukturen sind nicht mehr aktuell. Auch das Bild des Menschen als reiner Funktionserfüller wird aufgegeben. Neben den Ansprüchen der Käufer an die Produktqualität steigen auch die Ansprüche der Mitarbeiter an den eigenen Arbeitsplatz. Die Restrukturierung der Arbeitsprozesse soll anhand ausgewählter Beispiele näher erläutert werden.

Nicht die Unternehmung löst sich auf, sondern ihre Grenzen. Eine Folge davon ist die Entstehung von weitreichenden Kooperationen, die das Wirkungsfeld einer Unternehmung um ein vielfaches erhöht. Möglich gemacht wird dieser Wandel erst durch die beschleunigte Leistungsfähigkeit der Informations- und Kommunikationssysteme für den stärkeren überbetrieblichen Informationsaustausch über standardisierte Schnittstellen.

Gang der Untersuchung:

In der vorliegenden Arbeit werden die Vorgänge der Entstehung und die Motive der Kooperation untersucht. Sie generiert Ergebnisse, die zur reibungsfreien Zusammenarbeit von Wirtschaftssubjekten beitragen. Der Begriff der grenzüberschreitenden Kooperation bezieht sich auf das Überschreiten von Unternehmensgrenzen. Bisher wurde der Mechanismus der Verhandlungen in der Literatur zur Kooperation nicht entsprechend seiner Bedeutung untersucht, deshalb werden Taktiken in Verhandlungen aufgezeigt.

Im zweiten Kapitel werden innerhalb der Transaktionskostenökonomik die zentralen Umweltfaktoren und Verhaltensannahmen identifiziert, die eine Koordination durch alternative Organisationsstrukturen effizient machen. Die Principal-Agent-Theorie behandelt die Situationen und Konfliktpotentiale bei der Trennung von Eigentum und Leistung in der Wertschöpfungsaktvität. Die Vertragstheorie bildet eine weitere Grundlage für die Abstimmung der unterschiedlichen Interessen der kooperierenden Unternehmen.

Das dritte Kapitel analysiert die Vorgänge, die eine Zusammenarbeit einleiten und in entsprechende Bahnen lenken. Daraus resultiert der organisatorische Handlungsbedarf. Verhandlungen werden als Chance gesehen, unterschiedliche Interessen zu Beginn anzugleichen. Daraufhin wird die Unternehmenskultur im Hinblick auf die Etablierung von Verhaltensregeln untersucht.

Die Entwicklungen innovativer Kooperationsformen werden im vierten Kapitel zu einem vorläufigen Ergebnis zusammengeführt. Nachdem technologische Voraussetzungen für eine intensive Zusammenarbeit von Unternehmen dargestellt werden, findet die Verbindung zwischen Netzwerken und telekooperativen Arbeitsformen ihren Niederschlag im erstmals Anfang der Neunziger Jahre beschriebenen Konzept der virtuellen Unternehmung. Auf die veränderte Rolle der Mitarbeiter wird kurz eingegangen. Durch praktische Beispiele werden auch die transaktionskostentheoretischen Vorteile dieser Form als mögliche Antwort auf die globale Herausforderung im Wettbewerb herausgestellt.

Die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind nicht einzig und allein für die hier angesprochenen Kooperationsformen gültig. Neben der Möglichkeit zur Minderung von Opportunismusneigungen werden auch die Instrumente zur Absicherung von Opportunismusspielräumen erläutert. Der erwähnte Strukturwandel in den Innovationsprozessen, den Spezialisierungstendenzen und der Ausbreitung von Kommunikationsnetzen hat einen großen Einfluß auf Anwendungsmöglichkeiten der Informationstechnologie in der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit. Ergänzt wird diese Betrachtung durch das Managementkonzept der Kernkompetenzen, welches in jüngster Zeit zu einer Vielzahl von Publikationen geführt hat.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VII
1. Einleitung und Abgrenzung des Themas 1
2. Theoretische Grundlagen zur Kooperation 4
2.1 Transaktionskostentheorie 5
2.1.1 Definition und Begriffserklärung 5
2.1.2 Verhaltensannahmen: beschränkte Rationalität - Opportunismus 7
2.1.3 Determinanten der Transaktion: Faktorspezifität, Häufigkeit und Unsicherheit 8
2.2 Positive Agency-Theorie 11
2.3 Vertragstheorie 14
3. Die Anbahnung und Entstehung der unternehmensgrenzüberschreitenden Kooperation 17
3.1 Definition und Entstehung 17
3.1.1 Partnersuche und Partnerauswahl 18
3.1.2 Innovative Unternehmensgründung und Kooperation 19
3.2 Der Prozeß der Verhandlungen 22
3.2.1 Inhalte der Verhandlungen 22
3.2.2 Eine Darstellung von Verhandlungstaktiken 23
3.2.3 Das Gefangenendilemma 25
3.3 Die Entwicklung einer flexiblen Unternehmenskultur 27
3.3.1 Definition und Beschreibung 27
3.3.2 Gestaltungsansätze und Kritik 29
3.3.3 Ein Beispiel informalen Gestaltens: Clans 31
4. Vernetzte Organisationsformen als Maßnahme zur Reduzierung von Koordinationsproblemen 33
4.1 Standardisierung der Kommunikation am Beispiel EDI 33
4.2 Netzwerke als Grundlage virtueller Strukturen 36
4.3 Abstimmungsinstrumente in Netzwerken 38
4.4 Telekooperation 41
4.4.1 Telearbeit 42
4.4.2 Telemanagement 44
4.5 Die virtuelle Unternehmung 46
4.5.1 Definition und Motive 46
4.5.2 Abgrenzung und Charakterisierung 48
5. Erfolgsfaktoren bei der Stabilisierung einer langfristigen Geschäftsbeziehung 50
5.1 "Weiche" Beziehungsfaktoren als Ergänzung zu relationalen Verträgen 50
5.1.1 Vertrauen und Selbstverpflichtung als transaktionskostensenkende Faktoren 51
5.1.2 Überbetriebliche Teamarbeit zur Festigung der Zusammenarbeit 54
5.2 Asymmetrische Informationsverteilung und die Folgen für die Vertragspartner 55
5.2.1 Moral Hazard in einer Vertragsbeziehung 55
5.2.2 Absicherungsinstrumente gegen opportunistisches Verhalten 56
5.3 Die Informations- und Kommunikationstechnik als stützender Faktor in einer Netzwerkbeziehung 58
5.4 Der strategische Einfluß von Kernkompetenzen 60
6. Ausblick 64
Anhang: Protokolle der Experten-Interviews 63
Literaturverzeichnis 71
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