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Der Organisationsbegriff

Bestandsaufnahme und historische Validierung

Autor/in Dominika Jablonska
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe Januar 2008
Seiten 76 Seiten, 305,2 KB
Hochschule / Bildungseinrichtung Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences Deutschland
Note

Inhaltsangabe

Problemstellung:

Unsere gegenwärtige Gesellschaft wird mit den unterschiedlichsten Kennzeichnungen versehen, wie beispielsweise Industriegesellschaft oder Wohlstandsgesellschaft. Aufgrund der immer dichter werdenden Durchdringung mit Informations- und Kommunikationstechniken sprechen wir auch häufig von der Informationsgesellschaft. Ebenso gut könnte man sie als eine Organisationsgesellschaft bezeichnen, weil unser gesamtes gesellschaftliches Leben hochgradig von Organisationen geprägt ist. Wir werden zumeist in Krankenhäusern geboren, in Schulen und Hochschulen ausgebildet, verbringen unsere Freizeit in Vereinen und Theatern. Große Teile unseres Lebens, von der Wiege bis zur Bahre, spielen sich damit im Rahmen von Organisationen ab. Sie sind in unserer hoch differenzierten Gesellschaft unverzichtbar. Ein zielgerichtetes und kontinuierliches Zusammenwirken von Menschen bedarf ab einer gewissen Schwelle der Intensität und Größe einer auf Dauer angelegten Struktur, die die Aktivitäten und die Kooperationen ordnet. Auf diese Weise lässt sich Effizienz und Kontinuität sicherstellen, ohne allzu sehr von konkreten Personen abhängig zu werden. Denn es ist typisch für Organisationen, dass die Inhaber von Positionen bis zu einem gewissen Grade austauschbar sind, ohne die Existenz des Gesamtgebildes zu gefährden.

Aufgrund dieser allgemeinen Merkmale von Organisationen verwundert es nicht, dass auch unser Wirtschaftsleben von dem Phänomen ‘Organisation’ durchdrungen ist. Im Gegensatz zu dem vorkapitalistischen kleinen Handwerksbetrieb sind unsere heutigen Industrie- und Dienstleistungsbetriebe Organisationen. Sie verfügen über eine mehr oder weniger differenzierte Arbeitsteilung, weisen eine Vielzahl von bürokratischen, formalen Regeln auf und sind weitgehend personenunabhängig angelegt. Dies war nicht immer so. Der angesprochene kleine Handwerksbetrieb hatte nur wenige formale Regeln; die Arbeitsgruppen waren klein und überschaubar, die Arbeit selbst war für die Menschen mehr tägliche Lebensform als Ausübung von wohldefinierten Arbeitsrollen. Auch die Mitglieder waren nur sehr bedingt auswechselbar. Damit ist die ‘betriebliche Organisation’ ein wesentliches Phänomen der sozialen Realität von Unternehmen geworden und somit unweigerlich in den Bereich wirtschaftswissenschaftlicher Betrachtung gerückt.

Wesentliches Merkmal unserer heutigen Organisationsgesellschaften ist deren Verbreitung und Allgegenwärtigkeit. Mit ihrer Verschiedenartigkeit und ihrer Anzahl bilden Organisationen heute regelrechte Netzwerke, in denen sich moderne Menschen zurechtfinden und bewegen. Die Präsenz von Organisationen beeinflusst den Tagesablauf so stark, dass man oft in einem Wechsel von fast lückenlosem Organisationskontakt steht. Unser derzeitiges Leben wird nämlich in erheblichem Maße durch die Existenz von Organisationen und die Nutzung ihrer Angebote beeinflusst. Dies trifft beispielsweise immer zu, wenn die Untersuchung und Gestaltung von Organisationen ein berufliches Tätigkeitsfeld darstellt.

Ein Problem der Organisationslehre besteht darin, dass sie sehr weit verzweigt ist. In vielen Disziplinen neben der Wirtschaftswissenschaft findet der Organisationsbegriff auch in der Verwaltungswissenschaft, der Soziologie, der Psychologie und diversen anderen Wissenschaftszweigen Verwendung.

Diese Arbeit hat das Ziel, sich mit dem Problemfeld ‘Organisation’, seiner Beschreibung, Analyse und Gestaltung zu beschäftigen. Mit Blick auf die Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten und auf die wichtigen Erkenntnisgegenstände des Fachgebiets der betrieblichen Organisation sollen schwerpunktmäßig geschichtlich relevante und wissenschaftlich anerkannte Theorien vorgestellt werden. Damit wird die Verbindung aller theoretischen Ansätze und der sich daraus ergebenden Perspektiven verdeutlicht.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit ist in fünf Teile gegliedert. Nach einer Einleitung werden im Kapitel 2 die begrifflichen Grundlagen erläutert. Da es keinen Konsens hinsichtlich einer einheitlichen Begriffsführung gibt, wird im ersten Schritt ein Verständnis für den Begriff ‚Organisation’ vermittelt, der als Grundlage für die im weiteren Verlauf relevante Arbeitsdefinition anzusehen ist. Dabei wird eine Unterscheidung zwischen einem institutionellen und instrumentellen Organisationsbegriff vorgenommen. Nachfolgend werden die Regelungen innerhalb einer Organisation vorgestellt und die Besonderheiten einzelner Prinzipien näher erläutert. Außerdem werden die Ziele einer Organisation ausführlich beschrieben.

Den Schwerpunkt des theoretischen Teils bildet Kapitel 3. Hier wird einleitend ein Überblick über die ausgewählten Ansätze der Organisationslehre des 20. Jahrhunderts gegeben, die eng mit der Entstehung und Weiterentwicklung des Organisationsentwicklungskonzeptes verbunden sind. Um die Fülle von Theorien übersichtlich aufzeigen zu können, erfolgt eine historisch aufgebaute Darstellung. Zunächst werden klassische Ansätze beschrieben, die die Ursprünge der Organisationslehre darstellen. Sie beschäftigen sich fast ausschließlich mit den formellen Aspekten der Organisation und Führung. Die klassischen Ansätze haben bis heute einen großen Einfluss auf das Unternehmensmanagement. Des Weiteren wird auf die neoklassischen Ansätze eingegangen. Sie sind durch die Erweiterung der Perspektive und des Gegenstandsbereichs der Organisationslehre gekennzeichnet. Im Mittelpunkt der neoklassischen Ansätze stehen nicht mehr die formelle Organisationsstruktur, sondern die informellen Aspekte von Organisationen. Schließlich werden moderne Ansätze der Organisationstheorie beschrieben, um deren Einfluss auf die Veränderung und Weiterentwicklung der Organisation im Laufe der Zeit deutlich zu machen.

Kapitel 4 widmet sich dem Konzept der Organisationsstruktur mit der Differenzierung in Aufbau- und Ablauforganisation sowie der Gestaltung der Organisation. Zu Beginn des Kapitels werden Elemente der Aufbauorganisation beschrieben und Formen der Arbeitsteilung näher dargestellt, bevor sich die Arbeit den Aufgaben und Wirkungen von Hierarchien innerhalb von Organisationen zuwendet. Es soll zum Ausdruck gebracht werden, welche Aufgaben eine Hierarchie grundsätzlich erfüllt. Zudem wird auch ein Ausblick auf die innovativen Organisationsformen gegeben. Im nächsten Schritt wird die Ablauforganisation beschrieben, indem die Ziele und Elemente erläutert werden.

Im Kapitel 5 wird das Thema Organisationsentwicklung erörtert. Das sechste und letzte Kapitel bildet das Resümee der Arbeit auf der Basis der wichtigsten Eckpunkte.

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