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Möglichkeiten und Grenzen des Schneesports im erlebnispädagogischen Erfahrungsraum

Eine Schneesportexkursion als Beispiel der Kompetenzvermittlung im Rahmen des niedersächsischen Curriculums für das Fach Sport an Berufsschulen und Berufsfachschulen

Autor/in Christian Vogt
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe September 2009
Seiten 142 Seiten, 721,1 KB
Hochschule / Bildungseinrichtung Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
Note

Inhaltsangabe

Einleitung:

‘Die Dinge, die wir wirklich wissen, sind nicht die Dinge, die wir gehört oder gelesen haben, vielmehr sind es die Dinge, die wir gelebt, erfahren, empfunden haben’, Calvin M. Woodward.

In der heutigen modernen Gesellschaft kommt bei der Erziehung von Jugendlichen den Begriffen Erlebnis und Erleben sowie damit verbunden auch der Erlebnispädagogik eine besondere Bedeutung zu. Alle drei Begriffe verkörpern laut Harz ‘Gefühle von Spaß, Aktiv-sein, Dynamisch-sein, Jung-sein, Bewegung, Fortschritt und Genuss (…).’ Schulz fügt hinzu, dass das Leben einem Erlebnisprojekt gleiche und folglich die Erlebnispädagogik im Trend der Zeit liege.

Das oben angeführte Motto unterstützt die von Harz und Schulz aufgestellten Aussagen. Es verdeutlicht, dass Informationsaufnahme allein nicht ausreicht, um Erfahrungen in ihrer vollen Intensität zu erleben und kognitiv zu verarbeiten. Erst die unmittelbare und direkte Konfrontation mit dem konkreten Erlebnis ermöglicht es dem Menschen, Situationen in ihrer Komplexität vollständig zu erfassen, zu verstehen und praktisch umzusetzen. Weiterhin untermauert dieses Zitat auch die Notwendigkeit der in der Erlebnispädagogik immer wieder geforderten Handlungsorientierung. Dabei bildet unmittelbares Lernen mit Herz, Hand und Verstand in realen Lebenssituationen, mit kreativen Problemlösungsansätzen, sozialem Aufforderungscharakter und anhand praktischer Umsetzungen den erzieherischen Anspruchsrahmen dieser Pädagogik.

Auf Grundlage eines kritisch reflektierten Studiums der Wirtschaftspädagogik mit dem Zweitfach Sportwissenschaften sowie meiner privaten Vorliebe für Outdoor-Aktivitäten, insbesondere im Bereich Schneesport, ist erlebnisorientiertes Handeln für mich von besonderer Bedeutung. Ausgehend von einer grundlegenden Beschreibung des im Titel aufgegriffenen erlebnispädagogischen Rahmens wird das Thema der Diplomarbeit weiter konkretisiert. In diesem Zusammenhang ist das zentrale Motiv dieser Arbeit die Erörterung der Frage, ob Schneesport (mit dem Schwerpunkt Ski Alpin) die Möglichkeit bietet, in einem erlebnispädagogisch geschützten Rahmen positiven Einfluss auf die Persönlichkeitsbildung von jugendlichen Berufsschülern auszuüben, und in welchen Bereichen dabei mögliche Grenzen zu sehen sind. In diesem Kontext ist zu analysieren, wie Schneesport im Curriculum des Niedersächsischen Kultusministeriums grundsätzlich verankert ist und welche Aufgaben und Ziele dem Schulsport auferlegt werden können. Dabei wird im Rahmen dieser Diplomarbeit der Fragestellung nachgegangen, aus welchem Grund erlebnispädagogische Maßnahmen im Schneesport für diese Zielgruppe überhaupt interessant und geeignet erscheinen. Aufbauend auf einer Verknüpfung der Erziehungsziele von Erlebnispädagogik, Schneesport und den Vorgaben des Niedersächsischen Kultusministeriums für den Sportunterricht an Berufsschulen und Berufsfachschulen, soll ein Vergleich der oben genannten Möglichkeiten und Grenzen Aufschluss darüber geben, in welcher Form ein praktisches Umsetzungsbeispiel konzipiert sein sollte, um alle Kriterien gleichermaßen zu berücksichtigen.

Entsprechend diesen grundlegenden Fragestellungen werden in Kapitel 2 dieser Arbeit zunächst kennzeichnende Begriffsbestimmungen und die Darstellung theoriebasierter Grundlagen von Erlebnispädagogik und Schneesport vorgenommen. Des Weiteren wird in Kapitel 3 anhand der Darstellung der geschichtlichen Entwicklung der Erlebnispädagogik sowie mittels der in diesem Kapitel aufgeführten Umsetzungsmöglichkeiten erlebnispädagogischer Elemente eine Grundlage geschaffen, um sich fundiert mit den im Folgenden dargelegten weiteren erlebnispädagogischen Leitgedanken auseinandersetzen zu können. In Kapitel 4 werden in einer differenzierten Darstellung die Begriffe Abenteuer, Risiko und Wagnis erläutert, die den Reiz erlebnispädagogischer Aktivitäten erklären und prägen. In Anlehnung an diese Ausführungen erfolgt in Kapitel 5 eine erste Konkretisierung dieser Gedanken hinsichtlich der schulischen Arbeit. Es werden die Aufgaben und Ziele des Schulsports in Verbindung mit dem erlebnispädagogischen Sportunterricht beschrieben, sodass der Legitimationsrahmen aus der Perspektive des Niedersächsischen Kultusministeriums zugrunde gelegt wird. Dabei bildet die in Kapitel 5 beschriebene Verankerung des Schneesports im Curriculum die Verbindung zwischen den Elementen Schulsport und Erlebnispädagogik einerseits und dem Praxisbeispiel einer Schneesportexkursion anderseits. Anschließend sollen in Kapitel 6 diese gemeinsamen Erziehungsziele von Erlebnispädagogik und Schulsport mit den Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten des Schneesports verknüpft werden. In diesem Kontext werden exemplarisch ausgewählte Lernziele des Schneesports den drei Kompetenzbereichen (Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz) zugeordnet. Die in den vorangehenden Kapiteln erworbenen Kenntnisse bilden in Kapitel 7 das theoretische Gerüst für den praktischen Teil dieser Arbeit, der sich mit einem Umsetzungsbeispiel einer konkreten Planung und Durchführung einer Schneesportexkursion unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten beschäftigt. Kritisch werden in Kapitel 8 die Grenzen von Schneesportexkursionen (mit Schwerpunkt Ski Alpin) unter erlebnispädagogischer Perspektive betrachtet. Dabei werden die Probleme analysiert und Lösungsmöglichkeiten zu deren Vermeidung gegeben. Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung in Kapitel 9.

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