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Interorganisatorische Netzwerke aus organisationssoziologischer Sicht

Autor/in Martin Lemke
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe August 2000
Seiten 97 Seiten, 4,4 MB
Hochschule / Bildungseinrichtung Ruhr-Universität Bochum Deutschland
Note

Inhaltsangabe

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit widmet sich dem umfassenden Feld der Kooperation zwischen Organisationen. In ihr wird der Untersuchungsgegenstand sowohl aus der soziologischen, als auch der wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive betrachtet.

Das Leitmotiv der Studie liegt in der Annahme, dass organisationsübergreifende Kooperation mittlerweile den Status einer zentralen Ressource erlangt hat. Diese Kernthese wird durch die Verdeutlichung realer Entwicklungstendenzen belegt.

Da der Anspruch, diese gesamtgesellschaftlich relevanten Veränderungsprozesse - namentlich eine zunehmende Ausbildung interorganisatorischer Netzwerke - in ihrer ausgeprägten Komplexität darzustellen, den Rahmen einer Diplomarbeit sprengt, konzentrieren sich die Ausführungen auf interorganisatorische Vernetzungsprozesse im Bereich der Ökonomie. Insbesondere in dem Kapitel über regionale Netzwerke rücken darüber hinaus Wechselwirkungen zwischen Unternehmungen, politisch-administrativen und wissenschaftlichen Akteuren in den Mittelpunkt der Diskussion.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in acht Hauptkapitel. Die einzelnen Abschnitte stellen unterschiedliche Aspekte interorganisatorischer Netzwerke dar.

Zunächst wird mit der Diskussion der in der Wirtschaftswissenschaft verbreiteten Transaktionskostentheorie (Kapitel 2) und der genuin soziologisch orientierten Systemtheorie (Kapitel 3) ein theoretischer Bezugsrahmen formuliert. Aufbauend auf den theoriegeleiteten Grundstein wird der Versuch unternommen, eine allgemein gültige Definition von interorganisatorischen Netzwerken zu entwickeln und typische Merkmale zu identifizieren (Kapitel 4). Des Weiteren wird auf den Tatbestand hingewiesen, dass interorganisatorische Netzwerke kein einheitliches Phänomen darstellen.

Die Kapitel fünf bis sieben beziehen sich auf in der Wirtschaftspraxis konkret nachweisbare Erscheinungsformen des Untersuchungsgegenstandes. Die Überlegungen zu vertikalen (Kapitel 5), horizontalen (Kapitel 6) und regionalen (Kapitel 7) Netzwerken verfolgen das Ziel, sowohl die Vorteile, als auch die problematischen Aspekte interorganisatorischer Vernetzungsprozesse zu verdeutlichen.

Das Schlusskapitel skizziert einerseits grundlegende Ergebnisse der Studie, andererseits versucht es zukünftige Entwicklungstendenzen zu antizipieren. Darüber hinausgehend werden bislang unbeantwortet gebliebene Fragen der Netzwerkdebatte formuliert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Ausgangsthesen der Arbeit 3
1.2 Aufbau der Arbeit 4
2. Transaktionskostentheorie 6
2.1 Entstehungsgeschichte 6
2.2 Erkenntnisinteresse 7
2.3 Grundkonzepte 7
2.4 Analyse alternativer Institutionen (Markt - Kooperation - Unternehmung) 10
2.4.1 Die klassische Vertragsbeziehung als Basis des Marktes 11
2.4.2 Die relationale Vertragsbeziehung als Basis der Organisation 12
2.4.3 Die neoklassische Vertragsbeziehung als Basis interorganisatorischer Netzwerke 14
2.5 Sind interorganisatorische Netzwerke Hybridformen? 15
2.6 Resümee 17
3. Netzwerke aus systemtheoretischer Sicht 21
3.1 Ökonomische Institutionen als autopoietische Sozialsysteme 22
3.2 Wie entstehen Netzwerke? - Das Emergenzphänomen 23
3.3 Netzwerke als Akteure eigener Art 24
3.4 Selbstorganisation als Steuerungsform 26
3.5 Resümee 28
4. Netzwerke - Kein einheitliches Phänomen 31
4.1 Versuch einer Definition 31
4.2 Indikatoren zur Beschreibung von Kooperationsformen 33
4.2.1 Vertrauen als Merkmal von Kooperation 35
4.3 Wandel von Umweltbedingungen 36
4.3.1 Branchenübergreifende Faktoren 37
4.3.2 Branchenspezifische Faktoren 38
4.4 Kooperation als Strategie 40
4.5 Resümee 42
5. Vertikal strukturierte Netzwerke 44
5.1 Charakteristika vertikaler Netzwerke 44
5.1.1 Kommunikation und Koordination 46
5.2 Strategien vertikaler Netzwerke 47
5.3 Entwicklungen in verschiedenen Kulturkreisen 50
5.4 Auswirkungen auf das System der industriellen Beziehungen 53
5.5 Franchisesysteme als vertikal strukturierte Netzwerke 55
6. Horizontale Netzwerke 58
6.1 Begriff der strategischen Allianz 58
6.2 Charakteristika strategischer Allianzen 58
6.2.1 Ziele strategischer Allianzen 60
6.3 Erscheinungsformen der strategischen Allianz 61
6.4 Einflussfaktoren auf die Institutionalisierung strategischer Allianzen 63
6.4.1 Rechtliche, politische und kulturelle Einflussfaktoren 64
6.5 Sonderfall Joint Venture 65
7. Regionale Netzwerke 67
7.1 Das Fallbeispiel Emilia-Romagna 68
7.1.1 Strukturelle Schwächen 70
7.2 Das Fallbeispiel Baden-Württemberg 72
7.3 Das Fallbeispiel Ruhrgebiet 74
7.4 Resümee 75
8. Resümee und Ausblick 79
Literaturverzeichnis 83
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