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Organisation von Erwerbsarbeit im Umbruch - Auswirkungen auf die Anforderungen der Beschäftigten und deren Subjektstrukturen

Autor/in Thomas Matys
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe Juli 2002
Seiten 150 Seiten, 692,9 KB
Hochschule / Bildungseinrichtung Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Deutschland
Note

Inhaltsangabe

Zusammenfassung:

Diese Diplomarbeit lässt sich von der These leiten, dass nicht automatisch von einem Kausalzusammenhang zwischen sich wandelnden Organisationsformen von Erwerbsarbeit und den Wirkungen auf die Anforderungen und Qualitätsprofile der Beschäftigten – und dem zufolge deren Subjektstrukturen i. S. dauerhafter, regelmäßiger Lebens- und Berufsverläufe – ausgegangen werden kann. Dafür fehlt es an ausreichend eindeutig empirisch belegten Indikatoren. Vielmehr soll aufgezeigt werden, dass der Zusammenhang eher als ein Interpretations- und Verarbeitungszusammenhang der Subjekte bezeichnet werden kann, den sie im Zuge von Wahrnehmungs- und identitätsstiftenden Prozessen vornehmen bzw. handelnd (mit-) produzieren. Ausgehend von der Nachzeichnung, wie sich die Institutionalisierung von Erwerbsarbeit als moderne Vergesellschaftungsinstanz herausgebildet hat, soll die Analyse objektiver – institutioneller – Strukturen neuer Formen der Organisation von Erwerbsarbeit unter besonderer Fokussierung veränderter Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten dazu dienen herauszuarbeiten, bspw. Phänomene zu beschrieben, welche als „Prozesse der zunehmenden normativen Subjektivierung der Arbeit“ (Baethge 1991) oder als sich wandelnde Formen von Arbeitshandeln und Identitätsentwürfen postuliert werden. Um das Verhältnis von neuen Formen der Organisation von Erwerbsarbeit und (sich wandelnden?) Subjektstrukturen, i. S. spezifischer, von den Subjekten aktiv hergestellter Interpretations- und Handlungsmuster, zu bestimmen und somit auch bspw. „das Verhältnis von Arbeit und Leben“ (Voß 1998) zu ergründen, dienen strukturtheoretische Modelle sowohl von Pierre Bourdieu („Habitus-Konzept“), als auch von Anthony Giddens („Dualität von Struktur“). Letzteres geschieht vor allem deswegen, weil m. E. als Ergebnis nicht nur die gewandelten Subjektstrukturen (einschließlich der neuen Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten) aufgrund neuer Formen von Erwerbsarbeitsorganisation aufzeigt werden können, sondern auch der rekursive Charakter dieser Subjektstrukturen, also ihre zirkuläre Rückwirkungskraft und -funktion auf Strukturen der Organisation von Erwerbsarbeit, belegt wird. Bourdieu und Giddens ¢helfen¢ also auch in diesem Thema, den Dualismus zwischen Handeln und Struktur aufzuheben.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abkürzungen 4
Einleitung 5
1. Die Institutionalisierung von Erwerbsarbeit als moderne Vergesellschaftungsinstanz 7
2. Die Organisation von Erwerbsarbeit im Umbruch 10
2.1 Die Ablösung des Arbeitsparadigmas industrieller Gesellschaften 10
2.1.1 Struktur- und Entwicklungsannahmen des Arbeitsparadigmas in industriellen Gesellschaften 10
2.1.2 Ein neues, „post-industrielles“ Paradigma gesellschaftlicher Erwerbsarbeit 13
2.2 Neue Formen der Organisation von Erwerbsarbeit 18
2.2.1 Tertiarisierung auf der sektoralen Ebene 19
2.2.2 Die „neuen Produktionskonzepte“ 21
2.2.3 Das Konzept der „systemischen Rationalisierung“ 23
Exkurs 1 Die „Informatisierung der Arbeit“ als systemischer Prozess 28
2.2.4 Das Konzept der „schlanken“ Produktionsweise: Lean production 33
2.2.5 Das Konzept der „flexiblen Spezialisierung“ 35
2.2.6 Dezentralisierung und Vermarktlichung 37
2.2.7 Virtuelle Organisationen und (strategische) Netzwerke 41
2.2.8 Gruppenarbeit 44
2.2.9 Internationalisierung und Globalisierung 47
2.2.10 Innovation 49
Exkurs 2 Wissensarbeit 52
2.2.11 Telearbeit 55
2.2.12 Shareholder-Value-Orientierung 58
2.2.13 Wandel der Beschäftigungsformen 60
2.3 Merkmale veränderter Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten 66
3. Subjektstrukturen: Begriff und Elemente 77
3.1 Zur Unterscheidung von Subjekt, Subjektivität und Subjektstrukturen 77
3.2 Klassische Konzepte als Vorläufer von Subjektstrukturen 81
3.2.1 Die Persönlichkeitsstruktur bei Elias 81
3.2.2 Der Gesellschaftscharakter bei Fromm 82
3.2.3 Der Sozialcharakter bei Kern/Schumann 83
3.3 Der Begriff Institution und seine polyvalente Bedeutung für die Konstitution von Subjektstrukturen 84
3.4 Basiselemente von Subjektstrukturen 87
4. Auswirkungen sich wandelnder Erwerbsarbeit auf die Subjektstrukturen der Beschäftigten 89
4.1 Auswirkungen aufgrund sich wandelnder Arbeitsanforderungen 89
4.2 Weiterreichende Auswirkungen 91
4.2.1 Ein neuer Transformationsmodus 91
4.2.2 Die „beschränkte Rationalität“ der Rationalisierung 94
4.2.3 Herrschaft durch Autonomie? - Zur Konstitution widersprüchlicher Arbeitsanforderungen 96
4.2.4 Subjektivierendes Arbeitshandeln als eine Form von Compliance 99
4.2.5 Die zunehmende normative Subjektivierung der Arbeit 104
4.2.6 Nach dem Beruf erodiert die Beruflichkeit 107
4.2.7 Die Restrukturierung des Verhältnisses zwischen Arbeit und Leben 109
4.2.8 Neue Identitäten von Arbeitern, Angestellten und Managern 112
4.2.9 Ambivalenzen postmoderner Identität im Rahmen alltäglicher Identitätsarbeit 115
4.2.10 Zusammenfassung 121
5. Der rekursive Charakter von Subjektstrukturen 126
5.1 Die Dualität von Handeln und Struktur nach Giddens 126
5.2 Das Habitus-Konzept nach Bourdieu 128
5.3 Die rekursive Wirkung von Subjektstrukturen auf die Institution Erwerbsarbeit 131
Schluss: Mögliche Anschluss-Thematisierung 138
Literaturverzeichnis 139
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