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Zusammenfassung:
Diese Diplomarbeit lässt sich von der These leiten, dass nicht automatisch von einem Kausalzusammenhang zwischen sich wandelnden Organisationsformen von Erwerbsarbeit und den Wirkungen auf die Anforderungen und Qualitätsprofile der Beschäftigten – und dem zufolge deren Subjektstrukturen i. S. dauerhafter, regelmäßiger Lebens- und Berufsverläufe – ausgegangen werden kann. Dafür fehlt es an ausreichend eindeutig empirisch belegten Indikatoren. Vielmehr soll aufgezeigt werden, dass der Zusammenhang eher als ein Interpretations- und Verarbeitungszusammenhang der Subjekte bezeichnet werden kann, den sie im Zuge von Wahrnehmungs- und identitätsstiftenden Prozessen vornehmen bzw. handelnd (mit-) produzieren. Ausgehend von der Nachzeichnung, wie sich die Institutionalisierung von Erwerbsarbeit als moderne Vergesellschaftungsinstanz herausgebildet hat, soll die Analyse objektiver – institutioneller – Strukturen neuer Formen der Organisation von Erwerbsarbeit unter besonderer Fokussierung veränderter Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten dazu dienen herauszuarbeiten, bspw. Phänomene zu beschrieben, welche als „Prozesse der zunehmenden normativen Subjektivierung der Arbeit“ (Baethge 1991) oder als sich wandelnde Formen von Arbeitshandeln und Identitätsentwürfen postuliert werden. Um das Verhältnis von neuen Formen der Organisation von Erwerbsarbeit und (sich wandelnden?) Subjektstrukturen, i. S. spezifischer, von den Subjekten aktiv hergestellter Interpretations- und Handlungsmuster, zu bestimmen und somit auch bspw. „das Verhältnis von Arbeit und Leben“ (Voß 1998) zu ergründen, dienen strukturtheoretische Modelle sowohl von Pierre Bourdieu („Habitus-Konzept“), als auch von Anthony Giddens („Dualität von Struktur“). Letzteres geschieht vor allem deswegen, weil m. E. als Ergebnis nicht nur die gewandelten Subjektstrukturen (einschließlich der neuen Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten) aufgrund neuer Formen von Erwerbsarbeitsorganisation aufzeigt werden können, sondern auch der rekursive Charakter dieser Subjektstrukturen, also ihre zirkuläre Rückwirkungskraft und -funktion auf Strukturen der Organisation von Erwerbsarbeit, belegt wird. Bourdieu und Giddens ¢helfen¢ also auch in diesem Thema, den Dualismus zwischen Handeln und Struktur aufzuheben.
Inhaltsverzeichnis:
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Verzeichnis der Abkürzungen |
4 |
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Einleitung |
5 |
| 1. |
Die Institutionalisierung von Erwerbsarbeit als moderne Vergesellschaftungsinstanz |
7 |
| 2. |
Die Organisation von Erwerbsarbeit im Umbruch |
10 |
| 2.1 |
Die Ablösung des Arbeitsparadigmas industrieller Gesellschaften |
10 |
| 2.1.1 |
Struktur- und Entwicklungsannahmen des Arbeitsparadigmas in industriellen Gesellschaften |
10 |
| 2.1.2 |
Ein neues, „post-industrielles“ Paradigma gesellschaftlicher Erwerbsarbeit |
13 |
| 2.2 |
Neue Formen der Organisation von Erwerbsarbeit |
18 |
| 2.2.1 |
Tertiarisierung auf der sektoralen Ebene |
19 |
| 2.2.2 |
Die „neuen Produktionskonzepte“ |
21 |
| 2.2.3 |
Das Konzept der „systemischen Rationalisierung“ |
23 |
| Exkurs 1 |
Die „Informatisierung der Arbeit“ als systemischer Prozess |
28 |
| 2.2.4 |
Das Konzept der „schlanken“ Produktionsweise: Lean production |
33 |
| 2.2.5 |
Das Konzept der „flexiblen Spezialisierung“ |
35 |
| 2.2.6 |
Dezentralisierung und Vermarktlichung |
37 |
| 2.2.7 |
Virtuelle Organisationen und (strategische) Netzwerke |
41 |
| 2.2.8 |
Gruppenarbeit |
44 |
| 2.2.9 |
Internationalisierung und Globalisierung |
47 |
| 2.2.10 |
Innovation |
49 |
| Exkurs 2 |
Wissensarbeit |
52 |
| 2.2.11 |
Telearbeit |
55 |
| 2.2.12 |
Shareholder-Value-Orientierung |
58 |
| 2.2.13 |
Wandel der Beschäftigungsformen |
60 |
| 2.3 |
Merkmale veränderter Arbeitsanforderungen an die Beschäftigten |
66 |
| 3. |
Subjektstrukturen: Begriff und Elemente |
77 |
| 3.1 |
Zur Unterscheidung von Subjekt, Subjektivität und Subjektstrukturen |
77 |
| 3.2 |
Klassische Konzepte als Vorläufer von Subjektstrukturen |
81 |
| 3.2.1 |
Die Persönlichkeitsstruktur bei Elias |
81 |
| 3.2.2 |
Der Gesellschaftscharakter bei Fromm |
82 |
| 3.2.3 |
Der Sozialcharakter bei Kern/Schumann |
83 |
| 3.3 |
Der Begriff Institution und seine polyvalente Bedeutung für die Konstitution von Subjektstrukturen |
84 |
| 3.4 |
Basiselemente von Subjektstrukturen |
87 |
| 4. |
Auswirkungen sich wandelnder Erwerbsarbeit auf die Subjektstrukturen der Beschäftigten |
89 |
| 4.1 |
Auswirkungen aufgrund sich wandelnder Arbeitsanforderungen |
89 |
| 4.2 |
Weiterreichende Auswirkungen |
91 |
| 4.2.1 |
Ein neuer Transformationsmodus |
91 |
| 4.2.2 |
Die „beschränkte Rationalität“ der Rationalisierung |
94 |
| 4.2.3 |
Herrschaft durch Autonomie? - Zur Konstitution widersprüchlicher Arbeitsanforderungen |
96 |
| 4.2.4 |
Subjektivierendes Arbeitshandeln als eine Form von Compliance |
99 |
| 4.2.5 |
Die zunehmende normative Subjektivierung der Arbeit |
104 |
| 4.2.6 |
Nach dem Beruf erodiert die Beruflichkeit |
107 |
| 4.2.7 |
Die Restrukturierung des Verhältnisses zwischen Arbeit und Leben |
109 |
| 4.2.8 |
Neue Identitäten von Arbeitern, Angestellten und Managern |
112 |
| 4.2.9 |
Ambivalenzen postmoderner Identität im Rahmen alltäglicher Identitätsarbeit |
115 |
| 4.2.10 |
Zusammenfassung |
121 |
| 5. |
Der rekursive Charakter von Subjektstrukturen |
126 |
| 5.1 |
Die Dualität von Handeln und Struktur nach Giddens |
126 |
| 5.2 |
Das Habitus-Konzept nach Bourdieu |
128 |
| 5.3 |
Die rekursive Wirkung von Subjektstrukturen auf die Institution Erwerbsarbeit |
131 |
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Schluss: Mögliche Anschluss-Thematisierung |
138 |
|
Literaturverzeichnis |
139 |