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Studiengänge in der Schweiz

Genau wie Deutschland und Österreich beteiligt sich auch die Schweiz seit 1999 am Bologna Prozess, wobei die Schweiz in der Um- und Neustrukturierung der Studiengänge sehr weit fortgeschritten ist. Darüber hinaus ist die Schweiz ein Vorreiter in der Umwandlung des Studienganges Medizin – im Gegensatz zu Österreich und Deutschland, wo man sich hier mit einer Neustrukturierung noch schwer tut, können in der Schweiz bereits die Bolognaabschlüsse erworben werden.

Vor der Umstellung und Neustrukturierung der Studiengänge war das Schweizer Studiensystem in Diplom- und Lizentiatsstudiengänge sowie Nachdiplomstudien unterteilt, vergleichbar mit den deutschen Magister- und Diplomstudiengängen.

Lizentiat (von lat. Licentia doctorandi: "die Lehrbefugnis") und Diplom

Bis zur Umsetzung des Bologna-Prozesses war das Lizentiat neben dem Diplom in der Schweiz der gängige Hochschulabschluss.

Gegliedert war das Lizentiats- oder Diplomstudium in ein 4 semestriges Grundstudium und ein 4-6 semestriges Hauptstudium, an dessen Ende die Lizentiatsarbeit oder die Diplomarbeit verfasst sowie eine Schlussprüfung abgelegt wurde.

Das Lizentiat enstpricht dem deutschen Magisterstudiengang.

Beispiele für Abschlussbezeichnungen:

Der akademische Grad wird dem Namen vorangestellt (Beispiel: lic.nat. Max Mustermann)

Nachdiplomstudien

Vor der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master gab es in der Schweiz noch die sogenannte Nachdiplomausbildung. Diese bezeichnete bis zu zwei Jahren Weiterbildung für Hochschulabsolventen und Spezialisierung in einem Fachgebiet. Nun sind diese jedoch auf Masterstudiengänge umgestellt: Master of Advanced Studies (MAS) oder Executive Master of Business Administration (EMBA) beispielsweise können nun erworben werden.

Bachelor in der Schweiz

Erste Bachelorabschlüsse gab es in der Schweiz bereits 2004 und seit dem Wintersemester 2006/07 beginnen alle Studienanfänger ihr Studium nach dem Bologna Modell.

Die Struktur der Bachelorstudiengänge entspricht – gemäß der Vereinheitlichung durch den Bologna Prozess – der in Deutschland: 3 Jahre Regelstudienzeit, 180 ECTS-Punkte. Am Ende des Bachelorstudiums steht auch hier die Bachelorarbeit bwz. Bachelor Thesis.

Master in der Schweiz

Die Struktur der Masterstudiengänge entspricht – gemäß der Vereinheitlichung durch den Bologna Prozess – der in Deutschland: 1-2 Jahre Regelstudienzeit, 120 ECTS-Punkte. Am Ende des Masterstudiums steht auch hier die Masterarbeit bzw. Master Thesis.

Einordnung und Anerkennung der Abschlüsse in der Schweiz

Abschlüsse nach der alten Lizentiatsordnung und der entsprechende Masterstudiengang werden in der Schweiz als gleichwertig betrachtet: Es ist den Absolventen alter Studiengänge darüber hinaus möglich, sich ebenso Master of Arts zu nennen und, wenn gewünscht, sich hierüber ebenfalls eine Urkunde ausstellen zu lassen. Es dürfen nur nicht beide Titel in einer Urkunde auftauchen, da sonst der Eindruck entstehen könnte, es seien zeitgleich zwei verschiedene Studien mit seperaten Abschlüssen absolviert worden.

Abschließend ist es wichtig zu wissen, dass die Bezeichnung Universität in der Schweiz nicht geschützt ist, so dass man sich vorher informieren sollte, ob ein Abschluss der entsprechenden Universität tatsächlich anerkannt ist. Die Freie Universität Teufen sowie die Freie Universität Zug bieten beispielsweise Abschlüsse an, die nicht staatlich anerkannt sind.

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